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Ein wenig Geschichte
Nachdem in der Musik des 16. Jahrhundert die Polyphonie tonangebend war, entstand gegen Ende des Jahrhunderts in Italien ein neuer Stil, der es ermöglichen sollte, die Emotionen des Publikums zu berühren und zu bewegen („muovere gli affetti“) und ihm gleichzeitig den poetischen Text nahe zu bringen. Zuvor war dies aufgrund der Komplexität polyphoner Musik kaum möglich gewesen. Erklärtes Ziel dieser Erneuerung war es, die magische Symbiose zwischen Text und Musik wieder aufleben zu lassen, die griechisches Drama und Lyrik auszeichnet. Die Musik wurde einfacher, man wandte sich Kompositionen für eine Singstimme mit Generalbass zu: die Monodie („voce sola con il basso“). Musik sollte fortan die „Dienerin der Rede“ sein, also den Text hervorheben. Der melodischen Gestaltung lag das Bestreben zugrunde, die dem literarischen Text entsprechenden Emotionen zu transportieren, ohne dessen Verständlichkeit zu beeint und auch die Orchestration ist nicht fix festgelegt. Darüber hinaus wurden die erforderlichen Instrumente häufig schon nach wenigen Jahrzehnten nicht mehr verwendet. Da die Musik über einen Zeitraum von 300 Jahren in Vergessenheit geraten war, können wir natürlich auch nicht auf eine durchgehende Aufführungstradition zurückgreifen.
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